Landwirtschaft > Information
Rassebeschreibung und Zuchtstandard
Rassebeschreibung
Das Kärntner Brillenschaf ging aus der Kreuzung des alten Landschafes mit dem Bergamaskerschaf und insbesondere dem Paduaner Seidenschaf hervor und war früher über weite Teile Österreichs und über das bayrische Alpen- und Voralpengebiet verbreitet. Es ist ein kräftiges, mittelgroßes, weißes Schaf mit stark geramstem, unbewolltem Kopf und mittellangen, hängenden bis leicht abstehenden Ohren. Besondere Kennzeichen sind die schwarzen Flecken (Brillen) um die Augen sowie die in der äußeren Hälfte bis zu zwei Drittel schwarzen Ohren, fallweise auch schwarze Flecken an den Lippen. Die Pigmentierung reicht von einem schwarzen Augenrand ohne Ohrenpigment bis zu ausgeprägtem, oben beschriebenen Pigment. Der Kopf ist unbewollt, die Wolle beginnt erst hinter den Ohren.
Gewicht der Kärntner Brillenschafe:
Widder Schaf
Widerristhöhe 75-80 cm 70-75 cm
Gewicht 75-95 kg 55-75 kg
Der mittelgroße Typ beinhaltet auch größerrahmige Typen, die bei den Zuchtwiddern Gewichte bis ca.100 kg und bei den Mutterschafen bis 85 kg erreichen.
Wolle:
Schlichthaarwolle C-DE-Charakter von großer Länge und meist seidigem Glanze. Es waren früher auch melierte, braune und tiefschwarze Vliese zu finden. Wollcharakter: von stichelhaariger Schlichtwolle bis zu einem Vlies, das dem des damaligen deutschen veredelten Landschafes entsprach. Der jährliche Wollertrag beträgt bei Widdern 3-5 kg, bei weiblichen Tieren 2,5-4,5 kg.
Anforderung an die Zuchtwidder und Zuchtschafe:
Im Vordergrund der gesamten Zuchtarbeit steht die Erhaltung aller vorhandenen männlichen und weiblichen Linien.
Zuchtwidder
Mindestanforderungen für die Ankörung ist ein Jährlingsgewicht von 65kg mit korrektem Fundament und Zahnbild. Außer den rassetypischen Pigmenten am hornlosen Kopf dürfen keine Körperpigmente vorhanden sein. Es werden rahmige Typen bevorzugt eingesetzt, um die Fleischleistung etwas zu verbessern. Ausgesprochen schlichtwollige Typen werden, bei genügend Widdern in einer Linie, nicht bevorzugt und deuten auf den alten Landrassetyp hin.
Zuchtschafe:
Mindestanforderung für die Ankörung ist ein Halbjahresgewicht von mindestens 45 kg mit korrektem Fundament. Das Schaf kann feingliedrig, vielleicht auch etwas unterlichtig sein. (Grobe Körperfehlstellungen und Fundamentfehler werden nicht toleriert.) Außer den rassetypischen Pigmenten am Kopf werden leichte Pigmente im Beinbereich noch toleriert.
Zuchtziel:
Verbesserung der Aufzuchtleistung bei kurzer Zwischenlammzeit und der Wollqualität. Bessere Bemuskelung und straffer, fester Rücken. In Leistung und Typ ausgerichtet auf hohe Fruchtbarkeit und konsolidierte Aufzuchtleistungen, wüchsig bei guter Futterverwertung, Gesundheit und Robustheit.
Typanforderung: mittelrahmig mit genügend Körperlänge und entsprechender Bemuskelung sowie guten Euteranlagen. Im Besonderen wird die Population erst durch die Maßnahmen der Generhaltung konsolidiert. Die Anhebung der Fruchtbarkeit steht in erster Linie als Ziel fest. Im Rahmen von Markertests sollen wertvolle Linien selektiert werden und verstärkt züchterisch bearbeitet werden.
Hervorzuhebende Eigenschaften:
Würziger Fleischgeschmack und geringer Fettansatz des Fleisches, gute und feinfasrige Fleischqualität, die einen wildbretähnlichen Geschmack aufweist. Hohe Fruchtbarkeit, feine Wollqualität, guter Mutterinstinkt und Leichtfüttrigkeit.
Kopiert aus der Seite: www.brillenschafe.at/